Gera-Leipzig

6. Etappe Gera-Leipzig (93,7 km )

Wie immer stand die Sonne bereits steil am Thüringer Sommerhimmel, als wir uns langsam in Bewegung setzten. Ein weiterer heißer Sommertag kündigte sich an.

Dennoch blieben wir noch recht cool und legten noch schnell eine Stadtrundfahrt auf unseren Drahteseln ein: Marktplatz, Leipziger Straße mit renovierten Jugendstilfassaden, sowie eine überparteiliche Veranstaltung gegen Rechtsradikalismus.

Die Bundesgartenschau 2007 warf bereits ihre Schatten bzw. Baustellen voraus, wodurch wir den Elsterradweg erst spät wiederfinden konnten. Die Brücke über die Elster wurde an dieser Stelle als Freischankfläche für Köstritzer Schwarzbier genutzt. Obwohl die idyllische Umgebung und unsere niederen Bedürfnisse für einen kurzen Boxenstopp sprachen, siegte ausnahmsweise die Vernunft und wir fuhren weiter entlang der Elster. Schließlich hatten wir unsere Zeit ja nicht gestohlen.

Als wir auch Bad Köstritz mit seiner Brauerei, auf der sich die Schwarzbierkästen meterhoch türmten, ebenfalls passierten, ohne dem Ruf der Gerste zu erlegen, verließen wir den offiziellen Radwanderweg auf Anraten der einheimischen radelnden Rentner.

Erst vor Zeitz befuhren wir wieder diese nun wieder mustergültig ausgebaute Strecke. Lediglich die Ausschilderung im Ortsbereich von Zeitz wäre ausbaufähig. Da das Peloton der Tour de Soleil sich ziemlich auseinanderzog, geschah es, dass wir uns in Zeitz verloren. HP konnte somit die Eleganz von Schloss Moritzburg genießen, während Walter mit den blühenden Landschaften zwischen Sportplatz und Tierheim Vorlieb nehmen musste.

Gott sei Dank hat HP aber immer sein Handy an! So konnten wir in Auligk, der ersten Gemeinde, die sich zu ihren sächsischen Wurzeln im Ortsschild offen bekannte, einen Treffpunkt vereinbaren.

Wir befanden uns nun bereits im ehemaligen Braunkohlerevier, das mittlerweile auch für alternative Energien genutzt wird.

HP, der alte Fundamental-Öko, wollte unbedingt die Solaranlagen von Borna bzw. Espenhain fotografieren, während Walter, die alte Real-Couch-Potato, die Badesse-Roster-Bier-Variante für die Nachmittagsgestaltung präferiert hätte. Eine klassische Interessen-Divergenz!

Also kamen wir überein, uns erneut zu trennen und am Elsterstausee kurz vor Leipzig wieder zu treffen.

Beide Projekte waren letztendlich zum Scheitern verurteilt. Die Espenhainer Solaranlagen erwiesen sich als ziemlich unzugänglich und der Elsterstausee lt. Aussagen einheimischer Rentner als badeuntauglich.

So wurde die Tour de Soleil bei Bootsverleih Wittig am Elsterstausee eben ohne Fotos oder Bad nur bei Bier und Roster wiedervereinigt.

Es stellte sich der allabendliche Zeitdruck ein, um nicht mit zuviel Verspätung an unserem Etappenziel anzukommen. Diesmal waren wir beim Leipziger MdB Peter Hettlich und der Stadträtin Katharina Kraeft angekündigt.

Nach einer kurzen Phase kompletter Orientierungslosigkeit an einem Samstagabend in Leipzig fanden wir dennoch unser Ziel am Marktplatz mit einer Verspätung, die das übliche Maß nicht überschritten hatte.

Peter Hettlich betätigte sich noch als unser Fremdenführer bei einem Stadtrundgang mit massivster Informationsfülle hinsichtlich architektonischer, historischer und umweltpolitischer Aspekte.