Lobenstein-Gera

5. Etappe Lobenstein - Gera (73,5 km )

Auch an unserem fünften Etappentag zeigte der Thüringer Wald seine landschaftliche Schönheit (Bleiloch-Talsperre), seinen Rohstoffreichtum (permanente Holzlaster-Schwertransporte in beide Fahrtrichtungen) und sein kammartiges Streckenprofil.

„Der Weg nach Gera wird kein leichter sein. Er ist steinig und schwer“, bemerkte bereits so trefflich der zeitgenössische Poet Xavier Naidoo. Offensichtlich kannte er die alte Straße von Triebes nach Brückla (10%-Ost-Steigung, 15%-West-Gefälle), auf der beinahe das komplette Feld der Tour de Soleil kollektiv auf Schotter verunglückt wäre.

Nur dank des aktiven Engagements der dort noch ansässigen Thüringer Bevölkerung konnte schlimmeres verhindert werden: Ein Rentnerehepaar versorgte die Teilnehmer mit Bonbons, wodurch einem eklatanten Entgleisen des Blutzuckerspiegels vorgebeugt werden konnte.

Masochistischen Zeitgenossen sei das Radfahren auf der B 92 ans Herz gelegt. Das dortige Aufkommen an Holzlaster-Schwertransporten in beiden Fahrtrichtungen sprengt selbst die kühnsten Erwartungen.

Doch die Verkehrswege Thüringens stecken voller Gegensätze: Nachdem wir nämlich die Horrorstrecke B 92 in Richtung Wünschendorf verließen, stießen wir in Meilitz auf den wirklich idyllischen, vorbildlich ausgebauten und nahezu lückenlos ausgeschilderten Elsterradweg, der uns in Windeseile nach Gera zu den Geraer Verkehrsbetrieben (GVB, www.gvbgera.de ) trug, sodass wir dort lediglich mit 15 Minuten Verspätung eintrafen.

Dennoch schien der dort wartende Reporter der Ostthüringer Zeitung von unserer Laisser-Faire-Mentalität ein wenig genervt und verschwand sofort nach dem üblichen Fotoshooting, ohne weiter in das Metier des investigativen Journalismus vorzudringen.

Wir wurden von Sabine Stiebale (GVB-Öffentlichkeitsarbeit), Herrn Berger (Abteilungsleiter Instandhaltung) und Christl Wagner-Schurwanz (KV-Grüne Gera) empfangen, die uns das ökologisch stimmige Gesamtkonzept der GVB eindrucksvoll präsentierten (Solarwand, Blockheizkraftwerk, Wärmedämmung, Regenwassernutzung…). Lediglich das köstliche Köstritzer Schwarzbier aus der Party-Straßenbahn der GVB war leider tabu.

Dafür konnten wir uns bei Christl und ihrem Mann Klaus abends bei phantastischen „Rostern“ mit der Thüringer Küche versöhnen. Von ihnen erfuhren wir Wissenswertes über Gera (Bevölkerungsentwicklung, kommunalpolitische Situation, BUGA 2007…). An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für ihre Gastfreundschaft!